(Machs) Wachs einfach!
Wenn deine Skis trotz Service anfangs Saison mitten im Winter einfach nicht mehr so ganz rund laufen, musst du weder verzweifeln noch notfallmässig die nächste Werkstatt aufsuchen. Die Lösung ist – relativ – simpel: Machs mit Wachs.
von
Janik Rüdisühli
Verkaufsberatung | BerufsbildnerHerrlich, wenn zu Saisonbeginn die Ski nur so über die weisse Unterlage gleiten. Doch gerade als Vielfahrer – oder Offroad-Rowdy – braucht dein Material entsprechende Pflege; Stichwort Abnutzung. Mit den richtigen Mitteln und Handgriffen hast du das aber rasch wieder im Griff – aber welches sind die überhaupt? Und wozu genau braucht’s eigentlich Wachs?
Wachs auf dem Belag: Das ist der Grund.
Dein Langlauf- oder Alpin-Ski und selbstverständlich auch das Snowboard gleitet am besten über einem Gemisch aus Luft und Wasser. Ist jedoch zu viel oder zu wenig Wasser im Schnee, dann kann sich dieses Gemisch nicht optimal bilden. Das Resultat: Merklich schlechtere Gleitfähigkeiten. Denn ist zu viel Wasser im Schnee, saugt sich der Belag fest; ist zu wenig Wasser im Schnee, ist die Reibung stärker. Mit Wachs können wir hier gegensteuern.
Die verschiedenen Arten von Wachs
Verschiedene Wachse gibts wie Sand am Meer: flüssig oder fest, zur Heiss- oder Kaltanwendung, als Spray, Paste oder Pulver, und so weiter und so fort. Doch nicht verzagen, Zubi fragen – hier kommt eine kurze Übersicht zu den wichtigsten Wachs-Arten.
Das Wichtigste zuerst – das wäre das Heiss-Wachs. Der wird nämlich in jedem Ski-Service angewendet, weil er tiefer in den Belag eindringt und dadurch auch länger und intensiver wirkt. Aber auch ausserhalb des professionellen Settings einer Ski-Werkstatt kann er angewendet werden: Mit einem speziellen Wachsgerät oder aber einem Bügeleisen.
Perfekt für alle, die es einfach mögen: Flüssig-Wachse eignen sich als Finish nach der Präparation oder zum schnellen Auffrischen eines bereits präparierten Belags – einfach schütteln und aufsprühen.
Ideal für unterwegs: Mit Express-Wachsen kannst du deine Ausrüstung auch unterwegs pflegen. Und das ganz ohne Werkzeug. So kannst du jederzeit auf ideales Fahrverhalten zählen – und das im Handumdrehen.
Gleiche Art, andere Sorte?!
Nicht nur in ihrer Art respektive Anwendung unterscheiden sich Wachse. So führt Toko zum Beispiel so gut wie jedes Produkt in drei Ausführungen: Gelb, rot und blau. Das rührt daher, dass die meisten Hersteller ihre Wachse für spezifische Temperatur-Bereiche auslegen. Das liegt am bereits erwähnten Luft-Wasser-Gemisch, das die Gleitfähigkeit beeinflusst. So ist gelbes Wachs für höhere Aussentemperaturen(-4 bis 10 Grad Celsius) – sprich, nasseren Schnee – gemacht: es hat einen grösseren Wachsanteil, was es weicher und wasserabweisender macht. Umgekehrt ist blaues Wachs auf kalte Temperaturen (weniger als -10 Grad Celsius) ausgelegt. Mit einem grösseren Härteanteil ist dieses Wachs abriebfester und daher ideal für trockenen, scharfkantigen Schnee.
Übrigens: Der Farbcode für Wachse ist universell gültig. Hier siehst du, welche Farbe wofür verwendet wird.
- Weisses Wachs - sehr weich für sehr nassen Schnee
- Gelbes Wachs - weich für nassen Schnee
- Oranges Wachs - mittel-weich für feucht-nassen Schnee
- Rotes Wachs - mittelhart für feuchten Schnee
- Violettes Wachs - mittel-hart für trocken-feuchten Schnee
- Graues Wachs - mit Schmierzusatz für Kunstschnee
- Blaues Wachs - hart für trocken-kalten Schnee
- Türkises Wachs - sehr hart für trockenen grobkörnigen Schnee
- Grünes Wachs - extrem hart für sehr kalten aggressiven Schnee
- Schwarzes Wachs - extrem hart für sehr kalten aggressiven Kunstschnee