Camona da Maighels
7000 Übernachtungsgäste zählte die Camona da Maighels, die Maighels-Hütte, im vergangenen Jahr. Zubi war zu Besuch und sprach mit Hüttenwartin Nora über das Leben in den Bergen.
von
Michi Jurt
Leitung Verkauf & Marketing | Mitglied der GeschäftsleitungSeit sechs Jahren begrüssen zwei neue, freundliche Gesichter die Menschen, die den Weg zur Camona da Maighels gefunden haben. Sie gehören Nora und ihrem Partner Mauro. Dem Schritt, Hüttenwart zu werden, gingen lange Überlegungen voraus; schliesslich gibt man fast so vieles auf, wie man dadurch auch erhält. Das wussten die zwei – denn Noras Eltern waren zuvor 27 Jahre selbst Hüttenwarte. Nora erzählt mir lachend, sie hätten ganz klassisch eine Pro- und Contra-Liste erstellt. Und seien zum Schluss gelangt «Ja, wir machen das.» Eine Entscheidung, die sie heute immer noch so treffen würden. Dafür sorgt einerseits die Abwechslung, die damit einhergeht, dass die Maighels-Hütte sowohl in der Sommer- als auch der Wintersaison offen ist – und die Tatsache, dass sich die Befürchtung, Freunde und Familie nicht mehr so oft sehen zu können, nicht bewahrheitet hat. Immer mal wieder dürfen sich Nora und Mauro nämlich über Besuch von ihnen freuen. Und haben dafür in den Zwischensaisons umso mehr Zeit, sich um ihre Kontakte zu kümmern.
Ein typischer Tag im Sommer beginnt für Nora und ihr Team mit der Zubereitung des Gästefrühstücks. Im Anschluss frühstückt das Team gemeinsam. Nach Möglichkeit auf der Terrasse, um sich von den ersten Sonnenstrahlen den Restschlaf aus den Augen kitzeln zu lassen. Danach geht's aber ziemlich zügig ans Putzen – die ersten Tagestouristen, besonders die E-Biker, lassen bei schönem Wetter nicht lange auf sich warten. An die 150 sind es schätzungsweise an einem guten Tag, verrät mir Nora, die für das Mittagessen, ein feines Zvieri oder einfach, um kurz Pause zu machen, vorbeischauen.
Apropos Essen: Das wird nicht nur lecker, sondern täglich frisch zubereitet – die Vorbereitungen dafür laufen eigentlich mehr oder weniger durchgehend. Ausser am Nachmittag, da haben nämlich alle im Team mal kurz Pause. «Im Winter, wenn nicht so viel los ist, kann so eine Pause auch mal ein bisschen länger gehen. Wir brechen dann nämlich gern zu einer kurzen Skitour auf», lässt mich Nora mit strahlenden Augen wissen. Spätestens um halb sieben aber sind alle wieder in der Hütte anzutreffen: Das gemeinsame Znacht wartet, pünktlich wie immer. Während nach dem Essen die Übernachtungsgäste sich mit den Routen des nächsten Tags beschäftigen oder einfach noch ein bisschen in geselliger Runde zusammensitzen, ist der Tag für Nora und ihr Team noch nicht vorbei; es muss noch ein wenig geputzt, aufgeräumt und abgerechnet werden, aber spätestens um 23 Uhr liegen die Angestellten im Bett; der Tag in den Bergen beginnt schliesslich früh.
Camona da Maighels: Volle Punktzahl für Wartpaar und Hütte. Überzeuge dich selbst – sie ist auch im Winter meistens gut zugänglich.
Den ganzen Beitrag findest du auch in unserem brandneuen Wintermagazin. Ein Klassiker unter den Skitouren hier im Tal führt den Pazolastock hoch, über den Cavradi nach Tschamut runter – da diese Route aber auf der Skitourenkarte eingetragen ist, ist sie leider oftmals ein bisschen stark ausgelastet. Erfahreneren Tourengänger empfehlen wir darum oft, das Maighelstal auf eigene Faust zu erkunden. Natürlich immer mit der entsprechenden Ausrüstung!
Das Daunenjäckchen – ein unverzichtbarer Begleiter im Hüttenalltag.
Selbst im Sommer ist es immer griffbereit, verrät Hüttenwartin Nora.